Unternehmen „Pamina und Tamino“

Die Zauberflöte

Oper in zwei Aufzügen

Libretto: Emanuel Schikaneder (1751–1812)

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Uraufführung: 30. September 1791, Wien (Theater im Freihaus auf der Wieden)

Dauer: ca. 3 Stunden

Aufzüge:
1. Felsige Gegend; Prächtiges Gemach; Prächtiges ägyptisches Zimmer; Ein Hain mit Tempel
2. Ein Palmwald; Vorhof des Tempels; Ein Garten; Eine Halle im Tempel; Gewölbe der Pyramiden; Ein kurzer Garten; Zwei große Berge; Ein kurzer Garten; Eine Sonne

Hauptpersonen:
Sarastro,
ein Fürst: Bass
Tamino, ein Königssohn: Tenor
Papageno, ein Vogelfänger: Bariton
Königin der Nacht: Sopran
Pamina, ihre Tochter: Sopran
Papagena: Sopran
Manostatos, ein Mohr: Tenor

 

Eine Werkeinführung

„Die Zauberflöte“ wurde von Wolfgang Amadeus Mozart 1791, im Jahr seines Todes, komponiert. Die vorletzte Oper des genialen Komponisten (sein letztes Bühnenwerk, entstanden im gleichen Jahr, war „La clemenza di Tito“) wurde über die Jahrhunderte zu seinem bekanntesten Bühnenwerk.

Durch ihre leicht zugängliche Musik gilt die „Zauberflöte“ auch als Oper für „Einsteiger“ und für Kinder.

Sie spielt an Fanatasieorten „zwischen Tälern und Bergen“ in einer märchenhaften Zeit, allerdings mit deutlichen örtlichen und religiösen Bezügen zum Alten Ägypten: Ein Schauplatz sind „Die Gewölbe der Pyramiden“; der alte Isis-und-Osiris-Kult wird als lichtvoller spiritueller Weg dem „Blendwerk und Aberglauben“ des Volkes gegenüber gestellt.

„Die Zauberflöte“ passte zum Zeitpunkt ihrer Uraufführung (September 1791) gut zu einem Typ von Singspiel, das als „Wiener Kasperl- und Zauberoper“ bezeichnet wird: Im Kampf zwischen guten und bösen Mächten und inmitten von Zauberern, Märchengestalten und wilden Tieren, siegt die Liebe über alle Gefahren. 

Allerdings ließ der Textdichter, Emanuel Schikaneder (1751–1812), auch humanistisches Gedankengut und freimaurerische Ideale in die Handlung einfließen, und Mozart erweiterte die traditionelle Singspiel-Form durch ein breiteres Spektrum an musikalischen Stilen. 

Vielleicht waren die konstruierte Ernsthaftigkeit des Werkes und die Zwiespältigkeiten im Handlungsverlauf mit ein Grund dafür, dass die „Zauberflöte“ beim Wiener Publikum zunächst eher verhalten aufgenommen wurde und sich der durchschlagende Erfolg erst später einstellte.

Heute gehört Mozarts musikalisch großartiges Bühnenwerk zu den meistgespielten Opern weltweit.

 

Die Handlung

 

Kurz und gut …

Als die dunkle „Königin der Nacht“ sein Reich bedroht und sich des „alles verzehrenden siebenfachen Sonnenkreises“ bemächtigen will, greift Fürst Sarastro, ein treuer Diener von Isis und Osiris, zu drastischen Mitteln: Er entführt Pamina, die Tochter der Königin, und setzt deren Geliebten, Tamino, tödlichen Gefahren aus, um die beiden zu „prüfen“ und an sich zu binden. Begleitet von den beruhigenden Klängen einer Zauberflöte und von allgemeinen Lobgesängen gelingt die religiöse Indoktrination.

1. Aufzug: Felsige Gegend

Der junge Prinz Tamino hat gerade Pech gehabt: Er hat seine Waffen verloren und wird von einer riesigen Schlange bedroht („Zu Hilfe! Zu Hilfe! Sonst bin ich verloren“).

Angesichts der hoffnungslosen Lage fällt er in Ohnmacht, wird aber von drei Damen gerettet, die die böse Schlange töten. Alle drei stehen im Dienst der geheimnisvollen „Königin der Nacht“, einer Herrscherin, die noch niemand zu Gesicht bekommen hat. Sie sind entzückt von dem hübschen Prinzen und wollen den Geretteten wiederzusehen.

Nachdem Tamino erwacht ist, verwundert darüber, doch noch am Leben zu sein, trifft er auf den Vogelfänger Papageno, einen seltsamen Kauz, der sich dem Prinzen nun vorstellt („Der Vogelfänger bin ich ja“) und offenbar auch im Dienst der Königin der Nacht steht. Ein wenig prahlerisch erzählt Papageno, dass er es gewesen sei, der die Schlange getötet habe. Doch gleich darauf wird er für diese Lüge von den zurückkehrenden drei Damen bestraft: Sie verschließen seinen Mund mit einem goldenen Schloss. Dann wenden sie sich an Tamino, um ihm das Bildnis einer jungen Frau zu zeigen: Pamina. Sollte ihm dieses Bild nicht gleichgültig sein, so seien ihm Ruhm, Ehre und Glück gewiss. Und in dem jungen Prinzen entflammt sofort die Liebe: 

Dies Bildnis ist bezaubernd schön,
Wie noch kein Auge je geseh’n!
Ich fühl’ es, wie dies Götterbild
Mein Herz mit neuer Regung füllt.
Dies Etwas kann ich zwar nicht nennen!
Doch fühl’ ich’s hier wie Feuer brennen.
Soll die Empfindung Liebe sein?
Ja, ja! die Liebe ist’s allein. –
O wenn ich sie nur finden könnte!
O wenn sie doch schon vor mir stände!
Ich würde – würde – warm und rein –
Was würde ich! – Sie voll Entzücken
An diesen heißen Busen drücken,
Und ewig wäre sie dann mein.

Die drei Damen berichten Tamino, dass Pamina die Tochter ihrer Königin sei, aber von Fürst Sarastro, einem „bösen Dämon“ entführt worden sei. Sofort ist der junge Prinz dazu entschlossen, das Mädchen zu retten.  

Prächtiges Gemach

Die Berge teilen sich nun, und ein prächtiges Gemach wird sichtbar – hier thront die geheimnisvolle Königin der Nacht. Sie ist erfreut über die Taminos Entschlossenheit, ihre Tochter zu befreien und verspricht ihm Pamina zur Frau, sollte die Rettungsmission gelingen („O zittre nicht, mein lieber Sohn!“)

Papageno wird von seinem Mundschloss befreit – er soll Tamino dafür bei der Rettung Paminas helfen. Zum Schutz vor drohenden Gefahren erhalten die beiden Männer zwei Instrumente – Papageno ein silbernes Glockenspiel und Tamino … eine Zauberflöte. Das Spiel auf diesen magischen Instrumenten soll alle Feinde freundlich stimmen. Außerdem erscheinen nun – vom Himmel herab schwebend – drei junge Knaben, die den Weg zu Sarastro weisen und die Reisenden als Berater begleiten sollen. 

Prächtiges ägyptisches Zimmer

In Sarastros Burg ist es Pamina vorübergehend gelungen, ihrem Entführer und Aufseher, dem grimmigen Mohren Manostatos, zu entkommen. Doch ihr Fluchtversuch blieb nicht erfolgreich: Soeben hat der Schwarze das entführte Mädchen wieder eingefangen („Du feines Täubchen, nur herein!“). Drei Sklaven sollen nun Fesseln für sie herbeischaffen. Paminas Klagen um Gnade bleiben wirkungslos, ohnmächtig vor Angst sinkt zu Boden.

Da trifft Papageno ein. Als Manostatos und er einander erblicken, erschrecken sie heftig. Sie halten sich gegenseitig für den leibhaftigen Teufel und fliehen. 

Aber bald danach erfährt Pamina durch den Vogelfänger von der Rettungsmission im Auftrag ihrer Mutter. Sie überwindet ihr anfängliches Misstrauen und beschließt, sich dem Prinzen, der sich in ihr Bildnis verliebt hat, anzuvertrauen („Bei Männern, welche Liebe fühlen“). 

Ein Hain mit Tempel

Die drei Knaben haben indes Tamino zu einem Hain geleitet, auf dem drei Tempel errichtet sind, der Tempel der Weisheit, dem Tempel der Vernunft und dem Tempel der Natur („Zum Ziele führt dich diese Bahn“). Sie ermahnen den Prinzen, standhaft, duldsam und verschwiegen zu sein. Nur dann könne er seinen Auftrag erfolgreich beenden.

Während seiner Bemühungen, Eingang in die Tempel zu finden, wird Tamino mit einer unerwarteten Wahrheit konfrontiert. Ein Sprecher klärt den Königssohn darüber auf, dass Fürst Sarastro keine bösen Absichten habe. Zwar habe er Pamina entführen lassen, doch verfolge er ein edles Ziel. Mehr zu sagen sei ihm nicht erlaubt …

Immerhin hat Tamino dadurch die Sicherheit gewonnen, dass Pamina noch lebt. Erfreut spielt er eine Melodie auf seiner Zauberflöte („Wie stark ist nicht dein Zauberton“) – und sofort gesellen sich wilde Tiere zahm zu ihm.

Pamina und Papageno haben Taminos Zauberflöte gehört. Sie sind gemeinsam auf der Flucht, werden nun aber von Manostatos überrascht, der seine Sklaven sofort anweist, die beiden gefangen zu nehmen. Da lässt nun auch Papageno sein Zauberinstrument ertönen, das silberne Glockenspiel, und sofort verwandeln sich der Mohr und seine Gehilfen zu fröhlich tanzenden Marionetten („Das klinget so herrlich“).

In diesem Moment kündigen Posaunen das Erscheinen von Fürst Sarastro an („Es lebe Sarastro“). Pamina bittet den Herrscher bei der ersten Gelegenheit um ihre Freilassung – schon aus Sorge um ihre Mutter. Doch der Fürst hat noch andere Pläne.

Als nun Manostatos mit Tamino auftaucht – es war ihm in der Zwischenzeit gelungen, den Prinzen zu überwältigen – und Sarastro seinen Gefangenen präsentiert, erhält der Mohr statt der erwarteten Belohnung eine schmerzhafte Bestrafung: 77 Sohlenschläge …

Tamino und Papageno aber werden auf Sarastros Anweisung in den Tempel geführt, wo sie Prüfungen bestehen sollen.  

2. Aufzug: Ein Palmwald

In einem Palmwald mit silbernen Bäumen und goldenen Blättern hat Fürst Sarastro zahlreiche Priester um sich versammelt. („O Isis und Osiris“). Sie erfahren nun den religiös motivierten Grund für Paminas Entführung: Ihre stolze Mutter, die Königin der Nacht, wolle das Volk durch „Blendwerk und Aberglauben“ verführen und den Tempel zerstören. Tamino und Pamina seien füreinander bestimmt, doch der junge Prinz solle zunächst hier zum Priester geweiht werden. Er besitze dafür ausreichend „Tugend, Verschwiegenheit und Wohltätigkeit“ und werde, sobald er zu den Eingeweihten gehöre, entschlossen für die Sache der „Weisheit und Vernunft“ eintreten. Sollte er die für die Aufnahme in den Orden nötigen Prüfungen nicht bestehen und sterben, so werde Tamino gewiss von Isis und Osiris im Götterreich belohnt. Doch dies sei nicht zu erwarten. Schließlich sei er ein Königssohn – und, wie Sarastro betont, „mehr noch – er ist Mensch!“

Dann gibt der Fürst Anweisung, Tamino und Papageno den Prüfungen zuzuführen.

Vorhof des Tempels

Im Vorhof des Tempels wird zunächst Taminos und Papagenos Mündigkeit geprüft. Der Prinz erweist sich dabei unmittelbar als reif und charakterstark. Er ist bereit, allen drohenden Gefahren zu begegnen. Der ängstliche Papageno hingegen muss zum Weitermachen erst überredet werden. Ein Priester stellt ihm die perfekte Frau – Papagena – in Aussicht, die Sarastro für ihn „aufbewahrt“ habe. Denn Männer, „welche Liebe fühlen“ seien auch für die „Weisheitsliebe“ nicht verloren.

Die Prüfungen verlangen von den Männern unter anderem „heilsames Stillschweigen“: Papageno soll erstmals Papagena erblicken, Tamino wird Pamina sehen – doch während dieser Begegnungen dürfe kein Wort gesprochen werden.

Um die beiden Männer zu verwirren und von vornherein scheitern zu lassen, tauchen nun plötzlich die drei Damen im Dienst der Königin der Nacht auf („Wie? Ihr an diesem Schreckensort?“). Sie erinnern Tamino an sein Versprechen, Pamina aus dem Einflussbereich Sarastros zu befreien. Auch die Königin selbst sei schon in der Nähe. Doch der Prinz lässt sich nicht mehr beirren. Trotz aller düsteren Drohungen bleibt er davon überzeugt, nun auf der richtigen Seite zu stehen.

Papageno hingegen können die Damen gründlich einschüchtern. Schon beginnt er wirr zu stammeln – da erscheinen Sarastros Priester und verwünschen die drei Eindringlinge. Und während die Damen unter lautem Wehgeschrei hinabsinken, fällt der Vogelhändler in eine erlösende Ohnmacht. Die Mündigkeits-Prüfung ist bestanden. 

Ein Garten

Pamina schläft in einem angenehmen Garten, vom lüsternen Manostatos beobachtet. Gerade will der Mohr die günstige Gelegenheit ausnützen und das hübsche Mädchen küssen („Alles fühlt der Liebe Freuden“), als die Königin der Nacht erscheint und ihn abwehrt.

Pamina erwacht und wirft sich ihrer Mutter erfreut in die Arme. Doch die geheimnisvolle Königin weist sie zurück und erklärt ihrer Tochter, weshalb Sarastro und die Eingeweihten, denen sich nun tragischerweise auch Tamino zugesellen wolle, ihre Feinde sind: Ihr verstorbener Mann habe den mächtigen, „alles verzehrenden siebenfachen Sonnenkreis“ nicht ihr und Pamina, sondern eben Sarastro vermacht. Dies solle nun gerächt werden, verlangt die Mutter. Der Fürst müsse sterben, Pamina solle ihn mit einem Dolch ermorden – andernfalls würde sie sie verstoßen:

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstoßen sei auf ewig und verlassen,
Zertrümmert alle Bande der Natur,
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört Rache, – Götter! – hört der Mutter Schwur.

Mit dem geschliffenen Dolch ihrer Mutter in der Hand, bleibt Pamina allein zurück. Sie weiß, dass sie unfähig dazu ist, jemanden zu ermorden, aber sie weiß nicht, was sie tun soll, denn natürlich liebt sie ihre Mutter. Manostatos, der die Auseinandersetzung zwischen der Königin und ihrer Tochter beobachtet hat, bietet Pamina nun einen Ausweg an: Er könne Einfluss auf Sarastro nehmen, erzählt er ihr, und gewährleisten, dass die Herrscherin der Nacht mit heiler Haut davonkomme, obwohl es für die Eingeweihten ein Leichtes wäre, sie zu „ersäufen“. Pamina aber müsse eine Gegenleistung für seine Vermittlungsdienste erbringen, nämlich ihm ihre Liebe schenken.

Entschlossen weist Pamina den aufdringlichen Mohren zurück. Als nun Sarastro erscheint und Manostatos in Verlegenheit bringt („Ich weiß, dass deine Seele ebenso schwarz als dein Gesicht ist“), entschließt sich dieser, dem Fürsten den Rücken zu kehren und fortan mit der Königin der Nacht gemeinsame Sache zu machen.

Pamina aber bittet Sarastro um Gnade für ihre Mutter. Dieser beruhigt sie („In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht“) und prophezeit, dass die Königin bald „beschämt nach ihrer Burg zurückkehren“ werde. 

Eine Halle im Tempel

Im Prüfungstempel versucht Papageno, Tamino trotz des Schweigegebots, das den beiden auferlegt worden ist, zum Sprechen zu bewegen. Doch der Prinz bleibt standhaft. 

Da nähert sich dem immer etwas unbeherrschten Vogelhändler ein häßliches altes Weib, das sich als seine Geliebte vorstellt. Sie sei 18 Jahre alt … Belustigt über diese vermeintliche Schwindelei fragt sie Papageno nach ihrem Namen – und da verschwindet das Weib auch schon wieder, von Blitz und Donner begleitet. Eingeschüchtert gelobt Papageno, nun wirklich kein weiteres Wort mehr zu sprechen.

Kurz darauf erscheinen abermals die drei Knaben und bringen den Prüflingen ihre beiden Zauberinstrumente – die Flöte und das Glockenspiel –, aber auch Speise und Trank („Seid uns zum zweiten Mal willkommen“). Papageno beginnt sogleich genüßlich zu essen, Tamino hingegen bescheidet sich mit dem Flötenspiel. Und dieses lockt nun Pamina in die Tempelhalle. Sie ist erfreut, dem jungen Prinzen, von dem sie erfahren hat, dass er sie liebt, endlich gegenüberzustehen – aber zugleich durch sein eisernes Schweigen aufs Höchste verwirrt. Sie weiß nichts von der Besonderheit dieser Prüfung und fürchtet, er habe sich von ihr angewendet („Ach, ich fühl’s, es ist verschwunden“). 

Da ertönt eine Posaune. Der Ruf zur nächsten Prüfung?

Gewölbe der Pyramiden

Im Gewölbe der Pyramiden besingen die Priester Taminos Tugend- und Standhaftigkeit („O Isis und Osiris, welche Wonne!“). Sarastro verheißt Pamina ein glückliches Wiedersehen mit Tamino nach dessen Prüfungen. Zunächst aber müssten die beiden Liebenden voneinander Abschied nehmen.

Papageno kann die Einweihungswürde indes nicht empfangen. Er hat die Prüfung nicht bestanden – was ihn jedoch nicht sonderlich schmerzt; er ist zufrieden mit dem Glas Wein, das er jetzt erhält.

Als Papageno bald angeheitert sein Zauber-Glockenspiel erklingen lässt und dabei von „seiner“ Papagena träumt („Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich!“), erscheint die häßliche Alte wieder. Ohne Umschweife verlangt sie nun von Papageno, dass er sie heirate – andernfalls werde er sein Leben bei Wasser und Brot im Kerker verbringen müssen. Verängstigt schwört ihr Papageno seine Treue – da verwandelt sich die Alte, und vor ihm steht plötzlich die wunderschöne junge Papagena. 

Doch auch dieses Paar wird von den Priestern zunächst getrennt. Papageno müsse sich für den Bund mit Papagena erst als würdig erweisen. Das gefällt dem Vogelhändler gar nicht. Er empört sich gegen diese Einmischung, will nicht mehr von Papagenas Seite weichen („Eh’ ich mich zurückziehe, soll die Erde mich verschlingen“) – und muss daraufhin den Tempel verlassen.

Ein kurzer Garten

Pamina ist untröstlich und verzweifelt. Sie kann die verloren geglaubte Liebe Taminos nicht verkraften und will sich mit dem Dolch, den ihr die Mutter gegeben hatte, selbst töten.

Doch da erscheinen die drei Knaben – zum dritten Mal („Bald prangt, den Morgen zu verkünden“) –, halten sie von ihrem Vorhaben ab und versichern ihr, dass Tamino sie immer noch liebe. Zwar sei es ihnen verwehrt, ihr zu verraten, weshalb der Prinz im Tempel nur geschwiegen habe, aber Pamina könne sich davon überzeugen, dass er ihr sein Herz geweiht habe und für sie sogar den Tod nicht scheue.

Das beruhigt sie und sie folgt den drei Knaben in der neu erwachten Hoffnung, ihren Geliebten doch bald an ihrer Seite zu wissen. 

Zwei große Berge

Zwei „geharnischte Männer“ führen Tamino der dritten und letzten Prüfung zu („Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden“). Seine Aufgabe wird es sein, zwei große, finstere Berge zu durchschreiten. Der eine speit Feuer, den anderen durchbraust ein Wasserfall. Schwarzer Nebel liegt mahnend über der Szenerie – doch Tamino ist bereit, sich den Gefahren zu stellen.

Da vernimmt er die Stimme seiner Geliebten – Pamina eilt ihm zu –, und dem Prinzen wird erlaubt, diesmal mit ihr zu sprechen. 

Bald umarmen sich die beiden in großer Liebe, und Pamina ist entschlossen, den Gefahren an Taminos Seite zu trotzen. Sie rät ihm, auf dem Weg die schützende Zauberflöte erklingen zu lassen. Daraufhin durchwandern die beiden mutig die „Schreckenspforten“ und werden zuletzt von den Eingeweihten beglückwünscht. Die Prüfungen sind bestanden, ein feierlicher Lobgesang ertönt: 

Triumph, Triumph! du edles Paar!
Besieget hast du die Gefahr!
Der Isis Weihe ist nun dein!
Kommt, tretet in den Tempel ein!  

Ein kurzer Garten

Der aus dem Tempel entlassene Papageno trauert um Papagena und hadert mit seinem Schicksal. Er legt sich einen Strick um den Hals, um sich an einem Baum zu erhängen, sofern nicht in letzter Sekunde noch ein „Weibchen“ für ihn auftauche.

Wieder sind es die drei Knaben, die jemanden von einem solchen Vorhaben abbringen. Sie raten Papageno, sein Zauber-Glockenspiel erklingen zu lassen. Dies werde ihm sein Weibchen zuführen. Und tatsächlich: Papagena erscheint und beide fallen einander glücklich vereint in die Arme („Pa-Pa-Pa-Pa“).

Indes dringt die Königin der Nacht mit ihren drei Damen und geführt von Manostatos in den Tempel ein, um Sarastro zu stürzen. Die Königin hat dem Mohren Pamina zur Frau versprochen, wenn das „Rache-Vorhaben“ gelingt. Donnergrollen und Wasserrauschen begleiten den finsteren Plan. 

Eine Sonne

Doch dann verwandelt sich die Szenerie in eine mächtige Sonne. Angesichts des Lichts müssen die Verschwörer erkennen, dass sie verloren haben („Zerschmettert, zernichtet ist unsere Macht, wir alle gestürzet in ewige Nacht“).

Tamino und Pamina stehen hingegen – beide bereits in priesterlicher Kleidung – im Kreis der ägyptischen Priester, die drei Knaben an ihrer Seite. Sarastro preist die Strahlen der Sonne, und der Chor der Priester lobpreist die Götter und den glücklichen Ausgang des Unternehmens „Pamina und Tamino“: 

Heil sei euch Geweihten! Ihr drangt durch die Nacht,
Dank sei dir, Osiris und Isis, gebracht!
Es siegte die Stärke, und krönet zum Lohn
Die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron’.

 

(Zitate aus dem Libretto)