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Jan 1, 2017

„Dienen ist mir Glück und Ehre“


Franz Schuberts selten gespieltes Werk „Fierrabras“ ist meine „Oper des Monats“.

Kategorie: Neuigkeiten

„Fierrabras“ (philologisch korrekt: „Fierabras“) ist das einzige Bühnenwerk von Franz Schubert (1797–1828), das bis heute seinen Platz in den Spielplänen großer Opernhäuser behaupten konnte. Es entstand in der Zeit der Frühromantik, deren Opern – bis auf wenige Ausnahmen – überwiegend von herausragenden italienischen Komponisten (Rossini, Donizetti, Bellini) geprägt waren.

Allerdings konnte Schubert die Uraufführung seines „Fierrabras“, den er 1823 komponiert hatte, nicht mehr selbst erleben. Eigentlich war diese für das Jahr 1824 geplant gewesen, aber nachdem zuvor Webers heroisch-romantische Oper „Euryanthe“ beim Publikum durchgefallen war, wollte kein Theaterdirektor das Risiko eingehen, ein weiteres deutsches Werkes dieses Genres auf seinen Spielplan zu setzen. Schubert wurde für sein Werk nicht bezahlt und „Fierrabras“ schließlich erst Jahrzehnte nach seinem Tod uraufgeführt – zunächst stark gekürzt, erst im 20. Jahrhundert auch vollständig.

Die Handlung der Oper spielt im 9. Jahrhundert, zur Zeit Karls des Großen. Als König beherrschte dieser das „fränkische Reich“, das sich – als bedeutendster Nachfolgestaat des „weströmischen Reichs“ (476 untergegangen) – unter anderem über das heutige Frankreich, Deutschland und Österreich erstreckte. 800 wurde ihm die Kaiserwürde verliehen – als erstem westeuropäischen Herrscher seit der Antike.

„Fierrabras“ thematisiert unter anderem die Liebesbeziehung von Emma, der Tochter Karls des Großen, zu einem Ritter namens Eginhard. Fierrabras, der Titelheld, ist Sohn des Maurenfürsten Boland und liebt Emma ebenfalls. 

Im Hintergrund der Beziehungs- und Bündniskonflikte, die es für die Protagonisten zu lösen gilt, stehen die politischen Ziele Karls des Großen. Dieser führte im Zuge seiner Bemühungen um die Christianisierung aller Lande unter anderem einen Feldzug gegen die nordspanischen Mauren (778). 

Das Libretto zu Schuberts Oper verfasste der österreichische Theaterdichter Joseph Kupelwieser (1791–1866). Als Vorlage diente ihm das mittelalterliche „Fierabras“-Epos aus Frankreich, das aus dem Sagenkreis rund um Karl den Großen stammt. Es erzählt von einem heidnischen Recken, Fierabras, der von einem christlichen Ritter besiegt und zum Christentum bekehrt wird.

Lesen Sie hier eine Inhaltsbeschreibung auf Basis des Librettos.